Volkswirtschaftlicher und energiepolitischer Nutzen

Fernwärme ist in der Schweiz
bereits seit vielen Jahren ein Thema.
Trotzdem werden aber nur rund ca. 3 % des Wärmebedarfs durch Fernwärme-
systeme gedeckt. In den Gemeinden Obersiggenthal, Untersiggenthal, Turgi
und Gebenstorf werden mit der Nutzung der Abwärme aus der KVA Turgi über
50% des gesamten Heizbedarfs aller Häuser durch Fernwärme abgedeckt.

Was hat diese Entwicklung für die Region für eine Bedeutung? In erster Linie
wurde das Bewusstsein zum sparsamen und ökologischen Umgang mit den
heutigen Energieträgern in der Bevölkerung sehr stark gefördert. Rein die
Bequemlichkeit einer Fernwärmeheizung – kein Einkauf und disponieren von
Heizöl oder Gas, keine Preisverhandlungen, keine Kaminreinigung und Emmissions-
messungen und die verbesserte Raumnutzung durch Wegfall des Heizöltanks –
spricht für eine fortschrittliche und komfortable Technik, die von den Kunden
mit grosser Zufriedenheit genutzt wird.

Im weiteren Sinne setzt sich auch die öffentliche Hand für die Nutzung von
Fernwärme ein. Speziell die Gemeinden können durch eine solche weitsichtige
Massnahme ihre Standortqualität verbessern. Energiepolitisch wurde dies mit
dem Label ENERGIESTADT ausgezeichnet. Ferner bringt ein solches Fernwärme-
projekt Investitionen in die Region, schafft neue Arbeitsplätze und trägt langfristig
zur Reduktion von Umweltbelastungen und somit zur Senkung von externen Kosten
bei.Hinsichtlich der Zielsetzungen die der Bund in Folge der Ratifizierung des Kyoto-
Protokolls und dem CO2-Gesetz festgelegt hat, wirkt der Einsatz von Fernwärme
effizienter als andere Massnahmen bei der Reduktion von Treibhausgasen.

Speziell durch die Wärmekraftkoppelung, d.h. gleichzeitige Strom- und Wärme-
produktion in der KVA wird der Wirkungsgrad der Energieausnutzung aus dem
brennbaren Abfall beinahe verdoppelt. Diese Effizienzsteigerung im Verbrauch
von wertvollen Ressourcen bringt mehr Unabhängigkeit vom Ausland und entspricht
einer nachhaltigen Entwicklung. Dieser volkswirtschaftliche Nutzen dürfte sich in
den nächsten Jahren in der Schweiz weiter etablieren und die Konkurrenzfähigkeit von Fernwärme zu den konventionellen Energieträgern weiter fördern.

Andere Länder wie z.Bsp. Dänemark, Finnland oder Deutschland sind in diesem
Bereich fortgeschrittener und der sinnvolle Einsatz von Fernwärme ist dort noch
viel stärker im Bewusstsein der Bevölkerung. In der Schweiz gibt es noch wesent-
liche Potentiale. Die Fernwärme Siggenthal AG hat diese Chance genutzt und
wurde als beispielhaftes Projekt vom Bundesamt für Energie gefördert.